Sonderausstellung

Ergänzungsausstellung im

Foyer des Museums Erding

„Erding 1945 – wessen Heimat?“

Eröffnung am 3. April 2020 (Laufzeit bis 31. Mai 2020)

Die Ausstellung bietet einen detaillierten Einblick in die Bevölkerungszusammensetzung in Erding vor und nach 1945.
Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen der einheimischen Bevölkerung zur Militärregierung, zu den ehemaligen Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, den ausländischen Zivilarbeitern sowie den Heimatvertriebenen.

Kurator: Giulio Salvati (Historiker, New York University) in Zusammenarbeit mit dem Museum Erding


Sonderausstellung 15.09.2019 bis 31.05.2020:

Vom Gehen (müssen) und Ankommen (dürfen): Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in Stadt und Landkreis Erding

Etwa 14 Millionen Deutsche und Deutschstämmige verloren im Zuge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat. Als Geflüchtete und Vertriebene kamen sie vor und nach 1945 aus den östlichen Reichsgebieten, z. B. Schlesien, Ostpreußen, der brandenburgischen Neumark und Hinterpommern. Diese Gebiete waren ab 1945 polnisch bzw. russisch geworden. Zu den Flucht- und Vertreibungsgebieten gehörten seinerzeit weitere, seit Jahrhunderten deutsch besiedelte Regionen in Ost- und Südosteuropa: in der Tschechoslowakei, in Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, den baltischen Ländern und Sowjetrepubliken.

Diesem historischen Ereignis widmet das Museum Erding eine Sonderausstellung und zeigt zehn Biografien von Heimatvertriebenen, die in Stadt und Landkreis Erding um 1945 eine neue Bleibe fanden. Es werden persönliche Flucht- und Vertreibungsgeschichten aus dem Sudetenland, Schlesien, Ungarn, Rumänien, Danzig, Ostpreußen und Lettland nacherzählt. Hierzu wurden im Vorfeld viele Zeitzeugengespräche geführt.

Anlass der Ausstellung ist das 70-jährige Bestehen der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Kreisgruppe Erding.

Was thematisiert die Ausstellung?

Zahlreiche Objekte, darunter viele Leihgaben, zeugen vom Leben in der alten Heimat und das Wenige, was bei Flucht und Vertreibung mitgenommen werden konnte.

Was waren die historischen Siedlungsgebiete?

Alte Trachten aus Böhmen, Schlesien, Ungarn und Siebenbürgen illustrieren (verlorene) kultureller Vielfalt.

Dokumente des Stadtarchivs Erdings erläutern die behördliche Verwaltung, z. B. die Ausgabe von Aufenthaltsbescheinigungen und Lebensmittelkarten oder Zuteilung von Wohnraum. Das ehemalige Reichsarbeitsdienstlager bei Eichenkofen diente ab 1945 als größtes Gemeinschaftslager für Heimatvertriebene im Raum Erding. Durch sozialen Wohnungsbau entstanden ab den 1950er Jahren neue, ortsbildprägende Siedlungen und Wohngebiete.

Wie verarbeiteten schließlich die Neubürger ihre Heimatverluste?

Ende der 1940er Jahre gründeten sich z. B. mehrere landsmannschaftliche Vereinigungen in Stadt und Landkreis Erding. Sie dienten nicht nur der Traditionspflege, sondern erleichterten vielen das Ankommen in der neuen Heimat Erding.

Schlesische Kinder beim sog. Sommersingen, Erding um 1950. Mit bunten Laetare-Stecken ziehen sie am dritten Sonntag vor Ostern singend durch die Straßen und kündigen die fruchtbare Jahreszeit an. (Bildarchiv Museum Erding)

Programmheft zum „Tag der Heimat am 3. August 1952 in Erding“ mit Schönem Turm und Wappen Schlesiens und des Sudetenlands. Dazu wurde eine „Leistungsschau der Gewerbe und Betriebe Heimatvertriebener“ gezeigt. (Bildarchiv Museum Erding)

Die Sonderausstellung können Sie zu unseren Öffnungszeiten Dienstag - Sonntag von 13 - 17 Uhr besuchen!



Rahmenprogramm zur Sonderausstellung im Museum Erding

Wenn nicht anders angegeben, ist der Eintritt frei zu den Veranstaltungen frei!
Weiterführende Informationen zu den Veranstaltungen erhalten Sie auch hier: www.museum-erding.de/index.php

Sonntag, 8. März 2020 von 14 - 17 Uhr

Schlesischer Nachmittag im Museum Erding mit Tanz, Basteln und vielem mehr

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Vom Gehen müssen und Ankommen dürfen. Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in Stadt und Landkreis Erding“ veranstaltet das Museum Erding am 8. März 2020 einen Nachmittag zur schlesischen Brauchtumspflege.
Höhepunkt des Nachmittags wird der Auftritt der Riesengebirgs-Trachtengruppe München sein. In ihrer Tracht werden sie verschiedene schlesische Volkstänze mit Musik darbieten.
Desweiteren können unter Anleitung die sog. Sommerstecken selbst gebastelt werden, welche beim schlesischen Sommersingen am Lätare-Sonntag (dritter Sonntag vor Ostern) mitgeführt werden.
Während dem Basteln wird auf die Herkunft des vorösterlichen Brauchs, den genauen Ablauf des Sommersingens und die dabei vorzutragenden Lieder eingegangen. Für die Anfertigung eines Sommersteckens ist ca. eine Stunde Zeit einzuplanen. Die Bastelarbeit ist auch für Kinder geeignet.

Um 15 Uhr wird Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger eine Führung durch die Sonderausstellung „Heimatvertriebene“ anbieten.

Während der Veranstaltung stehen Heimatvertriebene aus Schlesien bzw. Mitglieder der (inzwischen aufgelösten) Schlesischen Landsmannschaft Erding sowie der Landsmannschaft München für Gespräche bereit.

Es werden Kaffee und schlesischer Streuselkuchen angeboten.

Die Teilnahme an der Veranstaltung incl. Führung ist kostenlos, ebenso kostenfrei Basteln, Kaffee und Kuchen.

Sonntag, 5. April 2020, 14-17 Uhr
Oster-Bräuche aus den ehem. Ostgebieten und Bayern

Gemeinsames Erfahren von Osterbräuchen für Eltern und Kinder durch Bastelvorführungen, Bemalen von Ostereiern und Erzählungen über traditionelle Osterbräuche.
Kaffee und Kuchen

Samstag, 25. April 2020, 10-18 Uhr
Öffentliches Symposium: „Lokal und Digital? Ein süddeutsches Symposium zu den Möglichkeiten einer digitalen Geschichtskultur zum Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen"

Veranstalter: Giulio Salvati (Historiker, New York University) in Kooperation mit dem Museum Erding

Samstag, 9. Mai 2020, 10-16 Uhr
Fahrradtour durch den Landkreis Erding zu Erinnerungsorten der Heimatvertriebenen

Als Auftakt der Fahrradtour geführter Ausstellungsrundgang.
Die ca. 30 km lange Tour führt über Altenerding, Obernumberg bei Matzbach, Isen, Buch am Buchrain, Walpertskirchen und Eichenkofen.
Einkehr in Isen.
Start und Ziel Museum Erding.
In Kooperation mit dem ADFC Erding (Tourenleitung: Leo Rauschecker)

Sonntag, 17. Mai 2020, 10-17 Uhr
Internationaler Museumstag mit Tag der offenen Tür

Führungen durch die Sonder-, Ergänzungs- und Dauerausstellung um 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr
Stadtführung durch Karl Kinzel um 14 Uhr (Start und Ziel Museum Erding)
Bewirtung mit schlesischen, sudeten- und ungarndeutschen Spezialitäten