Sammlung Rudolf L. Reiter

Die Sammlung Rudolf L. Reiter ist derzeit nicht zu besichtigen.

Dafür sehen Sie bis 30.01.2019 die

Kunstaktion „Mit der Seele sehen“ von Rudolf L. Reiter

Der Künstler Rudolf L. Reiter im Raum Reiter (Foto: Museum Erding)

Die Kunstaktion „Mit der Seele sehen“ von Rudolf L. Reiter wird im Museum Erding bis 30. Januar 2019 präsentiert.

Die Besucher sind aufgerufen, sich aktiv mit drei verhüllten Leinwänden intensiv auseinanderzusetzen und die bereitgelegten „Stimmungszettel“ auszufüllen und einzuwerfen.

Der Eintritt zur Kunstaktion ist frei.

„Mit der Seele sehen“ betitelt Rudolf L. Reiter seine neueste Kunstaktion, diese begann mit einem fulminanten Abend am 12.10.2018 im Museum Erding. Interessiertes Publikum war der Einladung des Museums gefolgt um den Künstler und seine Familie zu treffen und den Beginn einer mehrjährigen Reise eines gewagten Experiments mitzuerleben. Begleitet wurde der Kunstabend von den wunderbaren Harfenklängen Barbara Pöschl-Edrichs. Oberbürgermeister Max Gotz eröffnete die Kunstaktion, denn die „Kunst bringt Menschen zusammen“. Reiters Schaffen lobte er, da er „seit Jahrzehnten den Namen Erdings in die Welt hinaustrage und dennoch seiner Heimatstadt treu geblieben sei“. Die „Sammlung Rudolf L. Reiter“ sei ferner seit der Schenkung 2012 an die Stadt Erding ein wichtiger Baustein des Ausstellungsreigens im Museum Erding in wechselnden Hängungen geworden.
 
Zu sehen war in dem „Reiter-Raum“ im Museum Erding zunächst einmal ein informelles Gemälde – das nicht fotografiert werden durfte – neben zwei weiteren weißen, unbehandelten Leinwänden, alle gleich groß. Die Idee erklärte Kunsthistorikerin Christine Fößmeier: „Am Anfang steht die Kunst, der Kunstwille und das Kunstschaffen, in das der Künstler Emotionen, Gedanken, Ideen einfließen lässt. Die Kunst wird nicht nur mit den Augen des Betrachters wahrgenommen, sondern auch im Inneren gespürt“. Im konkreten Projekt möchte der Künstler Rudolf L. Reiter wissen, ob die Aura seines Kunstwerks spürbar ist, wenn man das Kunstwerk nicht mit den Augen sehen kann. 
 
Unter notarieller Aufsicht durch Rudolf Burghart wurden alle drei Leinwände blickdicht verpackt, versiegelt und dem Kunstpublikum erneut präsentiert. Das Experiment begann. Die ersten scharten sich vor den Verpackungen und versuchten die Kraft des Kunstwerks zu spüren. Die dabei entstehenden spontanen Eindrücke, die individuellen Wahrnehmungen und die persönlichen Empfindungen konnten auf ein als Fragebogen vorbereitetes Blatt Papier geschrieben und einer verschlossenen Box anvertraut werden. Erst nach Beendigung der dreijährigen Reise aller drei Leinwände durch ganz Deutschland – mit dabei auch der für Kandinsky und auch Reiter bedeutsamen Ort Kallmünz – kehren die Bilder zurück nach Erding. Erst dann wird die Box geöffnet. Reiter ist sich sicher, dass auch die leeren Leinwände dann viel von der Energie des Publikums aufgenommen haben werden. Er ist sich auch sicher, dass die Kraft seines Gemäldes trotz Verhüllung auf die Besucher gewirkt hat bzw. wirken wird. Nach der Rückkehr in das Museum Erding wird Reiter eine der beiden weißen Leinwände öffentlich informell bemalen und dabei die in das Bild „aufgesogenen Reiseerinnerungen“ sichtbar machen wollen. Alle drei Leinwände gehen 2021 in das Eigentum der Stadt Erding über.
 
Museumsleiter Harald Krause beschäftigte sich in seiner emotions- und wahrheits-geladenen Laudatio mit dem Weltenbild hinter dem Künstler R. L. Reiter, den er als selbstbewussten Erdenbürger wahrnimmt. Reiter, so Harald Krause weiter, erzeuge mit seinen Bildern keine Abbildungen, sondern Sichtfenster in eine „Anderswelt“. Gleichzeitig seien sie „Projektionsflächen der Künstlerseele“ Reiters. Krause wünschte Reiter, dass er als 77-jähriger 2021 bei bester Gesundheit und voller Schaffenskraft die Vollendung seines „Triptychons“ vornehmen könne.


Liebe Kunstfreunde,

dass die Sammlung Rudolf L. Reiter jetzt einen festen Platz im Museum gefunden hat, stellt einen Meilenstein im kulturellen Leben Erdings dar. Denn mit den Werken dieses großen zeitgenössischen Künstlers verfügt die Stadt nun über bedeutende Bestände von allen drei großen Malern, die im Lauf der vergangenen 120 Jahre aus Erding kamen oder hier wirkten: Das künstlerische Erbe sowohl von Hiasl Maier als auch Franz Xaver Stahl und eben Rudolf L.  Reiter liegt damit zu einem großen Teil in den Händen der Stadt. Das bedeutet: Der Zugang zu diesem Aspekt der Stadtgeschichte und den künstlerischen Strömungen dieser Epoche ist für die Nachwelt gesichert.

Rudolf L. Reiter im Ausstellungsraum

Gleichzeitig bildet die Sammlung einen wichtigen Baustein in der Sammlung unseres Museums. Denn dessen Auftrag ist es ja gerade nicht, sich nur auf einen Teil der wechselvollen Geschichte Erdings zu konzentrieren. Die Bilder Reiters vertiefen und erweitern den bereits beträchtlichen Bestand des Museums. Egal, ob es sich um die Anfänge der Besiedlung in der Keltenzeit, die Wirtschaftsgeschichte, um sakrale oder in diesem Fall  eben moderne Kunst handelt – das Museum verfügt als städtische Einrichtung über herausragende Exponate aus allen Bereichen und macht es so den Bürgerinnen und Bürgern möglich, sich intensiv mit den Wurzeln ihrer Stadt auseinanderzusetzen.

Max Gotz
Oberbürgermeister der Stadt Erding

Spätwerk: Öl auf Leinwand, Arch.Nr.: 10521-521_100_165_120x160_2014

Weitere Informationen über den Erdinger Künstler Rudolf L. Reiter und die „Sammlung Rudolf L. Reiter“ erhalten Sie hier: www.rudolflreiter.com

Auszug aus der Sammlung

Gespendet:
Dr. Beate & Armin Braun, Erding

Arch.Nr.:                                    
10481-481_003_105_60x60
Öl auf Leinwand, 2001      

 

Gespendet:
Omnibus & Reisebüro Scharf, Erding

Arch.Nr.:
10481-481_006_384_80x70
Öl auf Leinwand, 2001

 

Gespendet:
Hilde Reiter (verst.),
Galeristin aus Leidenschaft, Erding

Arch.Nr.:
10481-481_012_127_120x190
Öl auf Leinwand, 2005